ARC-Rallye 2009

 

 

Reisebericht einer Atlantik-Überquerung
Organisation der Yachting World - ARC
Atlantic Rally for Cruisers 2009

Las Palmas/Kanaren nach St. Lucia/Karibik

Boot: Bavaria 51 cruiser "CELOX²" / Autor - Eigner - Skipper: Gottfried Pössl/Österreich
- Newsletter-Reisebericht -

- zum Teil 2 - "Der ARC-Start" - hier klicken -

 

Teil 1
- Die ARC-Vorbereitung -

 

celox²-Newsletter #01 - 08. November 2009

 

Liebe Freunde des Segelsports!
Wie ihr sicher von dem Einen oder Anderen Freund bzw. Segelkollegen wisst, starten Christian Haider,
Manfred Helmreich, Gerhard Hochhauser, Walter Juschitz, Robert Pöll, Theo Prey und ich, Gottfried Pössl,
heuer bei der ARC Atlantic Rally for Cruisers - 2009.
Die ARC-Atlantik Rally for Cruisers, kurz ARC genannt, wird organisiert vom World Cruising Club
(www.worldcruising.com).
Neben anderen Offshore Veranstaltungen, die vom WCC organisiert werden, führt uns die jährlich
veranstaltete Rally von Las Palmas auf Gran Canaria in die Rodney Bay auf St. Lucia.
Die Strecke über den Atlantik beträgt je nach Route ca. 2700 Seemeilen ( 5000 km ).
Die Teilnehmerzahl ist mit 225 Yachten begrenzt. Zur Zeit sind 216 Yachten auf der Starterliste.
Das längste Schiff kommt aus den USA.
Die Highland Breeze ist eine Swan 112 (34,34m) genannt von Albert Keularts.
Die kleinste Yacht kommt aus England. Die Zahara ist eine Sandler 29 (8,62m) genannt von Ron Dunn.
Da fahren bei uns am Attersee schon größere Boote herum.
Die Teilnehmer kommen aus 32 verschiedenen Ländern. Aus Großbritannien eine Armada von 80 Yachten.
Deutschland ist als zweitstärkste Nation mit 33 Teilnehmern dabei.
Aus Österreich ist ein Boot benannt, nämlich unseres.
Die celox² ist daher schon sicher bester österreichischer Teilnehmer unter den 216 Startern Lächeln.
Die ARC ist eine Veranstaltung, die ein breites Spektrum an Teilnehmern anzieht.
Vom gemütlich gemeinsamen über den Atlantik schippern bis zum High End Racer ist alles vertreten.
Jeder setzt sich sein eigenes Ziel.
Unser Ziel ist, nachdem wir das alle zum ersten Mal machen, ein klares wir. Natürlich wollen wir zuerst das Ziel
gesund erreichen, eine sportliche Note haben wir uns mit Ankauf diverser Segel schon gegeben.
Beim Zieleinlauf möchten wir im ersten Drittel der Teilnehmer sein.
Unsere celox², eine Bavaria 51cruiser Baujahr 2009, ist gut vorbereitet und ist vorgestern, am
06. November 2009, in Gran Canaria heil angekommen. Gerhard, Walter und ich werden am 14.11. 2009
nach Gran Canaria fliegen und das Boot bunkern und startklar machen.
Die restliche Crew kommt am 18.11. an Bord.
Es bleibt dann nicht mehr viel Zeit. Der Start der Wettfahrt
ist am 22.11. um 12 Uhr UTC, also heute in 14 Tagen sind wir im Rennen.

 

Die celox² ist im Hafen von Las Palmas angekommen.

 Ab 14.11. werden wir bis 20.11. täglich einen Newsletter verschicken. Als Kommunikationsmedium haben
wir zwei Satellitentelefone mit an Bord. Diese Iridium Handys sind zwar weltweit erreichbar,
haben jedoch nur eine sehr kleine Bandbreite ins Internet.
Daher kann man auch normalerweise nicht auf einen ausgesendeten Newsletter antworten.
Wir versuchen euch aber trotzdem eine Möglichkeit zu geben, mit uns in Kontakt zu treten.
Dies geht aber nur unter den folgend aufgeführten Regeln. Unsere Shore Crew, Bernhard Schilcher
(bernhard {DOT}schilcher {CHANGE TO AT}ils {DOT}at) kann jederzeit jemanden von der
Antwortmöglichkeit verbannen.
Wir bitte euch daher, dass ihr euch UNBEDINGT an diese Regeln haltet:
· NIEMALS direkt auf den Newsletter antworten. Im Newsletter sind auch Bilder enthalten.
Bei einer direkten Antwort schickt ihr uns die Bilder wieder mit zurück. Absolutes NO-GO.
· Daher immer ein NEUES MAIL beginnen und an celox ... (nicht mehr frei geschaltet!) schicken.
· KEINE ANHÄNGE mit dem Mail mitschicken.
· Keine Buiness Mails oder private Mails, außer in absoluten Notfällen. Auch hier KEINE ANHÄNGE.
Wer sich nicht an diese Regeln halten kann wird von der Möglichkeit des Antwortens befreit.
Das kann jederzeit von der Shore Crew gemacht werden.
Der Newsletter wird er täglich bis 15.12. gesendet.
Das war also der erste Newsletter unseres Projekts. Diesmal noch aus der warmen Stube in Puchenau.
Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #02 - 14. November 2009
"Wir sind angekommen!"

Position: 28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit: 16:10 - Logge: 0
etmal: n.a. - Segelzeit: 00d 00h 00m - ETA: n.a.

Liebe Segelfreunde !
Mit dem Flug HG2166 von Wien nach Las Palmas sind Gerhard, Walter und ich heute in
"muello deportivo" angekommen. Vor dem Abflug hatten wir noch die ILS Weihnachtfeier,
von der ich um 3 Uhr früh am Flughafen Wien eingetroffen bin. Gerhard hatte bereits
in Wien im Airport Hotel genächtigt. In seinem Zimmer habe ich mir dann auch noch eine Stunde
Schlaf geholt. Wecker um 4:15, duschen und dann ab zum Gate B39, Abflug 6:05 MEZ.
Kurz vor 10 Uhr Lokalzeit landeten wir in Las Palmas bei strahlendem Sonnenschein und 28°C.
Japanisches Reismodell als Leihauto abgeholt und sofort ab in die "muello deportivo". Gerhard Tersch,
unser Überstellungsskipper erwartete uns bereits beim Schiff. Steg S, Liegeplatz 5, da liegt unsere celox².
Mitten unter bereits ca. 150 anderen Teilnehmern.

 

v.l.n.r. Walter, Gottfried und Gerhard auf der celox²

 Die celox² ist seit Juli unterwegs und hat den Weg von Pula nach Las Palmas geschafft.
Von der Firma Ecker-Yachting wurde ein Überstellungsskipper engagiert,
der unsere celox² sicher zu unserem Starthafen gesteuert hat.
Gerhard Tersch, Weltumsegler und langjähriger Stützpunktbetreuer bei Ecker Yachting, hat die Yacht auch
perfekt in Schuss gebracht. Alle notwendigen Services (Motor, Generator, etc.) wurden in Las Palmas noch
erledigt, Ersatzteile gekauft und kleinere Optimierungen für die Langstrecke durchgeführt.

 

Gottfried mit Überstellungsskipper Gerhard Tersch    -                Gerhard tauscht den Verklicker im Masttop
Annika Weibel, unsere Betreuerin vom WCC

Nach dem ersten Akklimatisieren an Bord, ging es direkt ins Regatta Office zur Anmeldung. Die Anmeldung
ist ein riesiger bürokratischer Prozess, da natürlich die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle steht.
Annika Weibel ist unsere zugeordnete Betreuerin des World Cruising Club.
Mit ihr haben wir dann alle Formulare ausgefüllt und den Check-In abgeschlossen.
Nach einem Mittagessen, mit Kalamari bzw. Lasagne, hat uns der Bordalltag schon erreicht.
Ausgebrannte Glühlampe des Dampferlicht tauschen, defekten Verklicker durch einen Neuen austauschen.
Gerhard Hochhauser hängt gerade im Mast und erledigt die Arbeiten.
So wild das ausschaut, hat er wenigstens eine kleine Brise Wind da oben.
Wir unten kurbeln die 91kg Lebendgewicht bei 28°C auf eine Höhe von knapp 18m Masthöhe.
Das ist anstrengend. Gerhard wird auf Diät gesetzt. Das war´s vom Tag 1 in Las Palmas.
Eine kleine Klarstellung noch auf unseren ersten Newsletter.
Keine Business Mails und keine privaten Mails war unklar.
Keine Business Mails erklärt sich von selbst. Keine privaten Mails bedeutet, dass alle Crewmitglieder unsere
Mailbox checken und daher persönliche Mails von allen Crewmitgliedern gelesen werden.
Daher bitte keine zu persönlichen bzw. intimen Mails von zuhause.
Auch keinen Gesundheitsbericht der "Tante Zenzi". Wir freuen uns natürlich über
Mails die uns motivieren unser Ziel in St. Lucia schneller zu erreichen, oder einen "kurzen" Kommentar zum
Newsletter. Aber wie bereits gesagt, immer ein neues Mail beginnen und niemals Anhänge schicken !!!!!!
Wir freuen uns daher von euch zu lesen.
Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #03 - 15. November 2009
"ARC 2009 Opening Ceremony"

Position: 28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit: 15:15 - Logge: 0
etmal: n.a. - Segelzeit: 00d 00h 00m - ETA: n.a.

Liebe Segelfreunde !
Nach einem gemütlichen Abendessen in einem Marina Restaurant, war schell "Hüttenruhe" angesagt.
Der Tag war lang und die Auswirkungen der Weihnachtsfeier am Tag zuvor doch ein wenig zu spüren.
Wie immer an Bord gut geschlafen. Tagwache um 8 Uhr.
Zum Frühstück in die Sailors Bar, dem zentralen Treffpunkt zum Essen, Small Talk, Gratis Internet
und allerlei anderer spektakulärer Auftritte. Heute zum Frühstück eine Parade alter Rally Cars.
Anbei zwei echte Raritäten.

 

Ein alter BMW 2002 ti in Rallye Trimm,                         Nur übertroffen vom legendären Lancia Strato,
Herrgot schau owa, a Wahnsinn!                                         dem Rallye Auto schlechthin!


Nach dem Frühstück war wieder Arbeit angesagt.
Von den mittlerweise 185 eingetroffenen teilnehmenden Yachten haben fast alle "über die Toppen geflaggt".
Nachdem wir unsere Flaggenalphabete in Alukisten tief in der Stb. Koje "verkramt" hatten,
war zunächst ausräumen angesagt.
Bei diesen Temperaturen ist das Umschlichten von Sturmfock,
Gennaker und Spinnaker schon eine schweißtreibende Geschichte. Dann die schweren Aluboxen in den Salon
schleppen und suchen, suchen, suchen. Die beiden Flaggenalphabete mußten nach einem genauen,
vom Veranstalter vorgegebenen Code geknüpft werden.

 

Walter und Gerhard beim Knüpfen der Flaggenleinen -  Flaggen über die Toppen  

Die beiden Leinen wurden am Vorstag und am Achterstag hochgezogen. Wie im folgenden Bild zu erkennen,
macht das in der Marina ein imposantes, buntes Bild. Besonders dann, wenn der Wind weht und sich die Flaggen
schön im Wind bewegen. Natürlich haben wir auch unsere ARC 2009 Flagge unter der Bb Saling gesetzt.
Im obigen Bild zu erkennen, ein Teilnehmer der schon zum siebten Mal am ARC teilnimmt. Ein echter Veteran.
Zuletzt haben wir noch unsere Startnummer, die 83, montiert. Good News vom Race Office, eine
weitere österreichische Yacht ist im Starterfeld. Die Nummer 97, eine Hallberg Rassy 48 mit namen
"My Gin's", genannt von Peter Testen. Auch auf anderen Yachten konnten wir bereits den Einen oder
Anderen österreichischen Mitsegler finden.

 

Startnummer 83, die Bavaria 51cruiser celox².
Gottfried als Fahnenträger für die österreichischen Teilnehmer.


Nach getaner Arbeit wieder kurzer Boxenstop in der Sailors Bar, warten auf die "Flag Parade". Bei diesem Umzug
präsentieren sich alle teilnehmenden Nationen, geführt von einem Fahnenträger pro Nation.

 

Auf dem Weg zur "Opening Ceremony".
Spanisch verstehen wir nicht, daher vor dem Hissen noch schnell ein Photo.

Die Österreichische Fahne wurde von mir getragen. Wie im Bild zu sehen ist, habe ich auch versucht mich
rot-weiß-rot zu kleiden. Rote Hose, weißes Polo und rote Sonnenbrille. Christian Haider wollte mir die rote Hose,
die ich mir letzte Woche noch gekauft hatte, ausreden. Gott sei Dank habe ich dann doch zugegriffen.
Die 24. Atlantic Rally for Cruisers wurde von Andrew Bishop, dem Managing Director des
World Cruising Club eröffnet. Jede Menge "wichtige Leute" haben in spanisch Ansprachen gehalten.
Das war uns dann doch ein wenig "zu spanisch".
Auf Kommando mußten wir dann die Fahnen an unserem Fahnenmast hissen.
Zuvor noch schnell ein Foto von der noch kleinen österreichischen Equipe.

 
Neben den Veranstalterfahnen, die 32 Fahnen der teilnehmenden Nationen.
Spiel, Spaß und Laune muss sein, vor dem "crossing"

Nach dem offiziellen Teil, war wieder Spaß angesagt. das legendäre Dinghy Race stand auf demProgramm.
Dabei verkleiden sich manche Crew in aberwitzige Figuren.
Mit speziell vorbereiteten Dinghy´s wird dann ein Rennen durch die Marina gefahren.
Echt abgefahren, was da abgeht. Wir waren leider nur als Zuschauer dabei.

 
Ein Skelett am Steuer!  -  High Heels am Steg, kommt auch ganz gut!

Den absoluten Vogel hat aber eine Reporterin eines lokalen TV-Senders abgeschossen. Ich bin mir sicher,
sie hat nicht gewußt von wo sie ihre Reportage abliefern muss. Es gab kein Dinghy,
in welches sie nicht eingeladen wurde einzusteigen.
Wahrscheinlich hat sie auch deshalb ihre "High Heels" angezogen,
um notfalls sofort Löcher in die Dingh´s stechen zu können.
Jetzt sind wir zurück am Schiff und bereiten uns weiter vor. Navi Ecke aufräumen, Sicherheits-Check
noch einmal durchgehen. Morgen um 9 Uhr kommt der Sicherheitsbeauftragte zu uns an Bord,
um die Sicherheitsabnahme unserer Celox² durchzuführen.
Liebe Größe an Zuhause, Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #04 - 16. November 2009
"Sicherheitsüberprüfung"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  15:15 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Gestern abend haben wir wieder versucht Las Palmas mit dem Auto zu erkunden und ein gemütliches
Restaurant für unser Dinner zu finden.
Pustekuchen.
Weder ein einigermaßen ordentliches Lokal, noch den dazu notwendigen Parkplatz gefunden.
Nach 45 min DownTown Las Palmas haben wir die Schnauze voll und fahrenzurück in die Marina.
Wir essen wieder im selben Restaurant wie am Vortag.
Das Essen ist in Ordnung, Preis und Leistung passen.
Nur der Likör "vom Haus" nach dem Essen ist untrinkbar.
Anschließend haben wir noch mit einer Flasche Rotwein unseren Überstellungsskipper hoch leben lassen.
Gerhard Tersch war uns eine wichtige Stütze bei der Vorbereitung zur ARC.
Er hat schon auf dem Weg nach Las Palmas unsere celox² immer wieder optimiert und
Langfahrt tauglich gemacht.
Danke Gerhard, wir werden nach unserer Rückkehr sicher noch ein kleines Bierchen zusammen trinken.
Heute Morgen, gab es kein Frühstück. Um 9 Uhr war die Sicherheitsüberprüfung der celox² angesetzt.
Da wir die Checkliste noch nie durchgegangen sind, sondern immer nur von jedem einzelnen Teil gewußt
haben, das es sich an Bord befindet, haben wir bereits um 8 Uhr eine eigene
interne Überprüfung angesetzt.
Alles klar, der "Safety Instructor" des WCC kann kommen. Das tut er dann auch mit 5 min Verspätung.
Rob Gaffney kommt an Bord und kontrolliert sehr genau.
Jeder Splint wird angeschaut, alles peinlich genau genommen.
Wir müssen noch die Rettungsringe und die Lifesling jeweils mit einem Licht und einer Pfeife ausstatten.
Einige rückstrahlende Tapes sind noch mit dem Bootsnamen zu versehen, das war es dann im Groben.
Natürlich bis auf die Rettungsinsel. Die war dann sein Lieblingsthema.
Wir haben verstanden, dass die Reißleine erst bei Benutzung direkt mit dem Schiff verbunden werden muss.
Rob will das aber anders haben.
Gerhard unser Bordtüftler war wieder kreativ im Einsatz und hat eine perfekte Fixierung gebaut.
Rob ist happy und gibt die Rettungsinsel frei.
Allgemeiner Tenor von Rob war, dass sich unsere celox² in einem perfekten Zustand befindet.
Das ist insofern ein dickes Lob, als neben uns viele reine "Langfahrt" Yachten liegen.
Nach der Sicherheitsüberprüfung, fahre ich mit Gerhard Tersch zum Flughafen,
er fliegt um 13 Uhr zurück nach Österreich.

 
Unsere Rettungsinsel und die Signalmittel in einem wasserdichten Behälter.
Wo soll das alles verstaut werden?


Am Rückweg schaue ich noch bei einem der größten Supermärkte auf Gran Canaria vorbei.
Der "Al Campo" Markt ist wirklich genial. Alles auf einem Fleck, da werden wir unsere Lebensmittel kaufen.
Als kleinen Test, packe ich gleich 42 Pakete mit 6x 1,5 l Wasser in mein kleines Auto.
Mehr geht wirklich nicht mehr. Beim Rückweg in die Marina sitze ich schon auf einer Schwelle auf.
Ausladen und wieder ab in den Supermarkt - 2. Ladung holen. Heute haben wir
54 Pakete 6x 1,5 l Wasser, 18 six-pack´s Bier und ein paar Inkredenzien für den Sun Downer eingekauft.
Heute ist daher kein Fitnessprogramm notwendig.
324 Flaschen Wasser vom Supermarkt zum Auto und dann zum Schiff geschleppt.
Begonnen wird mit dem Bier. Wir haben 18 six-packs zu verstauen.
Das reicht für 18 Tage und 6 Crewmitglieder für ein Bier zum Essen.
Wir hatten noch keine Meuterei, auch keinen "Mann über Bord", der Skipper hat sich freiwillig "bierfrei" erklärt.
Damit reicht ein six-pack pro Tag. Der Skipper wird an anderen six-packs arbeiten.
Anschließendwerden die 324 Wasserflaschen im Schiffsboden verstaut.
Gerhard kriecht wie ein "Jungspund" am Boden und sortiert die Six-pack´s.
Walter führt exakt Buch. Als Wirtschaftsprüfer geht ihm keine Flasche durch die Lappen.

 
Die Geber für die Logge und Echolot perfekt geschätzt, rundum nur Bier.
Gerhard verstaut, Walter markiert und führt Buch.

Jede Flasche bekommt eine Nummer. Jedes Crewmitglied hat mindestens zwei Flaschen zu 1,5 l pro Tag.
Die Flaschen werden von der Küchencrew ausgegeben, um Kontrolle über den Verbrauch zu haben.
Zusätzlich haben wir noch ca. 700 l Tankwasser an Bord. Das sollte bis "drüben" reichen.
Während ich im Supermarkt war, hatten Gerhard und Walter ein wenig Freizeit.
Man sieht, dass auf Gran Canaria das Thema Sandburg ganz anders verstanden wird.

 

Sandburg einmal anders! -  Warum hat Gerhard ein Buch mit dem Titel "Du mußt dein Leben ändern" mit?

 
Walter hat das tolle Foto von diesem Sandkünstler geschossen.
Heute haben wir auch unsere Bordbibliothek geöffnet.
Einige Bände sind schon vorhanden. Auffällig ist, dass wir ein Buch doppelt an Bord haben.
Der Roman von Carsten Jensen "Wir Ertrunkenen" liegt zweimal auf.
Gerhardund Christian haben diese Buch an Bord mitgebracht.
Beide behaupten Stein und Bein, dass sie das Buchgeschenkt bekommen haben und
es sich nicht um eine Auseinandersetzung mit unserer Zukunft geht.
Ein weiteres, interessantes Buch habe ich von meinem Betreuer der Sparkasse Dir. Dorfner, bekommen.
In Shackletons Führungskunst beschreiben Margot Morell und Stephanie Capparell die Geschichte der
"Endurance" und die schwierige Mission des Polarforsches Ernest Shackleton.
Wir wollen einmal hoffen, dass wir nicht diese Gefilde erreichen.
Dann müsste ich als Skipper und Navigator den Hut nehmen.
Nach getaner Arbeit, wieder am Weg zur Sailors Bar, um euch den Newletter zu schicken.
Die folgende Tafel zeigt, wie viele Segelfanatiker auf gut Glück nach Las Palmas kommen,
um vielleicht noch als Deckshand auf einer Yacht anheuern zu können.
Das kommt aber für uns nicht in Frage, haben heute schon genug Flaschen an Bord geholt.

 

Wer will mich?  -  Natürlich wieder in Nationalfarben, rot und weiß.

 Habe heute noch einen Termin für Donnerstag fixiert. Nachdem ab Mittwoch, alle Anteilseigner der celox²
zum ersten Mal gemeinsam an Bord sind, ist am Donnerstag die offizielle Schiffstaufe angesagt.
Andrew Bishop, der managing director des WCC wird eine Ansprache bei uns auf Deck halten.
Als Patin, es sollte schon eine Frau sein, haben wir Annika Weible ausgewählt.
Unsere Betreuerein vom WCC wird unsere celox² taufen. Wir wissen nur noch nicht wo wir den
"Schampus" wirklich zerschmettern wollen. Gerhard hat noch bis Donnerstag Zeit eine Lösung zu finden.
In unserem Refugium angekommen, sitze ich wieder hier und schicke euch unsere News of the day.
Morgen werden wir unsere kleinen Aufgaben vom Safety Check erledigen,
einkaufen und dann einen Ausflug in den Süden der Insel machen.
So long, Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #05 - 17. November 2009
"Tage zum Vergessen!"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  16:10 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Gestern Abend haben wir einen Wetterumschwung erlebt.
Starke Böen pfiffen durch den Hafen. Wir haben noch versucht unsere Flaggenleinen zu bergen.
Die achterliche Leine haben wir auch gut herunter bekommen.
Die Leine am Vorschiff ist dann gerissen und das Spifall hängt seither im Masttop.
Damit hat Gerhard wieder einen Ausflug in den Mast gewonnen.
Die Vorfreude auf den für heute geplanten Ausflug und eine Flasche Rotwein bringen die nötige
"Bettschwere".
Tagwache um 7:30, ab in die Dusche. 10 Minuten später dann der volle Wolkenbruch über der Marina.
Natürlich sind einige Luken nur einen Spalt offen und schon kommt das ungeliebte Nass ins Schiff.
Mein Bettzeug und einige Zeitungen werden Opfer des Niederschlags.
Das Aufentern in den Mast, um das Spifall wieder zu klarieren wird verschoben. Vormittag wollten wir noch
Aufgaben erledigen, Nachmittag dann der Ausflug. Leider sollte es anders kommen. Zuerst ab in den
Marineshop, weiße Seenotfackeln kaufen.
Wir hatten nur Rote dabei, WCC will jedoch auch vier Weiße sehen.
Im Shop regnet es von der Decke.
Ca. 20 Wasserkübel im Geschäft reichen nicht aus um den Regen im Geschäft aufzuhalten.
Irgendwann ist es dann egal, nass wird da drinnen sowoeso alles. Nächste Dusche.
Dann ab zur Post. Überstellungsskipper Gerhard Tersch hat uns seine Alu Box hinterlassen.
Diese wollen wir per Post zurück nach Österreich aufgeben.
30 Minuten im Stau in Las Palmas, dann Parkplatz suchen, Kiste schnappen,
rein in die Post, als Paket aufgeben. Leider hat die Kiste 35 kg. Pakete dürfen nur maximal 30 kg haben.
Also wieder raus aus der Post, Kiste ins Auto wir werden schon eine Spedition finden.

 
Ausschau nach Speditionen, leider nur ein Verschnitt der "Berliner Mauer".
Vorsicht Kunde droht mit Einkauf! Na dann eben nicht.

Am Weg zum Supermarkt finden wir keine Spedition. Das ist schlecht, da die Kiste den halben Kofferraum unseres
Autos verbraucht und wir eigentlich den Platz für Einkäufe gebraucht hätten.
Das relativiert sich auch sehr rasch.
Wir fahren zum Al Campo, der Supermarkt unseres Vertrauens.
Für 11:00 sind auffallend wenige Autos am Parkplatz.
Das nächste Unheil bahnt sich an. In Telde, einem Vorort von Las Palmas, gibt es heute eine Fiesta.
Deshalb hat der Supermarkt geschlossen. Das darf doch nicht wahr sein.
Wir machen uns auf den Rückweg nach Las Palmas. Wieder Ausschau nach Speditionen.
Den Tüchtigen gehört die Welt, wir finden die Spedition Schenker. Walter und ich schleppen die Kiste in die Halle.
Der Einzige, mit dem wir uns in Englisch unterhalten können ist Saul Castellano.
Er erklärt uns, dass die Exportabwicklung ca. zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.
Nach unserem Hinweis, dass wir nur mehr wenige Tage auf Gran Canaria verbleiben,
runzelt er die Stirn und schüttelt den Kopf. Ein weiterer Misserfolg bahnt sich an.
Aber Saul gibt nicht auf und er verspricht uns, die Kiste bis Donnerstag abfertigen zu lassen.
Also Gerhard, wenn du jetzt den Newletter liest, es kann wirklich noch dauern mit der Kiste.

 
Schau dir die Kiste noch einmal an, vielleicht zum letzten Mal ? Aber der Schenker wird's schon richten.
Warten auf das Vogi !

Am Rückweg zur Marina müssen wir noch ein Passfoto für unsere ARC Ausweise machen. Gerhard macht es
gleich zweimal. Nicht weil er ein wenig eitel ist, sondern weil er vergessen hatte den Vorhang zuzuziehen.
Das Foto war komplett überbelichtet.
Es ist mittlerweile 12:30 und wir haben immer noch nichts eingekauft. Also ans andere Ende von Las Palmas,
dort gibt es scheinbar keinen Feiertag.
"Des gibts nur beim Carrefour" war vor Urzeiten eine Radiowerbung in Österreich.
Ich habe jedenfalls in Österreich nie einen Carrefour Markt gesehen. Man hat auch nichts versäumt.
Trotzdem haben wir für unsere Hauptmahlzeiten und das Frühstück eingekauft.
Wieder zurück zum Schiff um die Lebensmittel sofort fachgerecht zu verstauen.
Es gibt für jeden Tag ein eigenes nummeriertes Sackerl, in dem die Lebensmittel des Tages verpackt werden.
Walter, unser Buchhalter, führt eine exakte Liste der Lebensmittel.
Von den 100 Eiern die wir gekauft haben, ist nur eines beim Transport verschieden.

 

Genaues bunkern verhindert Ãrger auf dem Atlantik!  -  Noch 5 Minuten bis zur Dusche

Es ist mittlerweile 15 Uhr, damit zu spät für unseren Ausflug. Nachdem morgen unsere restlichen Crewmitglieder
kommen, werden wir auch keine Möglichkeiten mehr haben, die Insel zu sehen. Also brechen Gerhard und ich
nochmals auf in den Supermarkt. Walter hat ein wenig Schnupfen, er kuriert sich am Schiff aus.
Nachdem wir den Rest der Lebensmittel auch noch verstaut haben, wollen wir wieder in die Sailor´s Bar um euch
den Newletter zu schicken. Es kommt wie es kommen mußte.
Wie im obigen Bild zu sehen, zieht es wieder zu. Ich rein ins Auto, zu Fuß geht sich das nicht mehr aus.
Fünf Minuten später wieder Wolkenbruch. Seither sitze ich nicht in der
Sailor´s Bar, die ist brechend voll, da alle Gäste von den Plätzen im Freien ein Dach über dem Kopf suchen.
Ich sitze im Auto am Parkplatz gegenüber der Bar und schreibe den Newsletter. WLAN´s sind gute Erfindungen,
Reichweite bis zum Parkplatz. Keine Dusche mehr.
Das war heute einer jener Tage, wo fast alles schief geht. Einfach zum Vergessen. Dann auch noch
die Info, dass ein Freund aus der Studentenverbindung gestorben ist, jetzt reicht es für heute.
Hoffentlich reißt uns das heutige Crew Supper heraus.
Um 20 Uhr sind alle Crewmitglieder zu einem Abendessen eingeladen. Da sind wir natürlich mit dabei.
Wir wünschen Euch noch einen schönen Abend,
Euer
Gottfried

 

celox²-Newsletter #06 - 18. November 2009
"Die Crew ist komplett!"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  16:10 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Nachdem eher schwierigen Tag gestern, hat uns der Abend doch etwas versöhnt. Das Crew Supper war tolles
Abendessen unter Gleichgesinnten. Wir sind am Tisch einer deutschen Crew gesessen. Der Skipper,
ein typischer Germane, mußte natürlich wieder eine improvisierte Ansprache halten.
Damit haben alle gewußt, auch er ist mit dabei.

 

Anstossen mit Sangria!  -  Ankunft um 11:25 anstatt um 9:55. Warten, warten und wieder warten!

Heute haben wir unsere restlichen Crewmitglieder erwartet. Manfred, der mit mir gerade in der Sailor´s Bar sitzt,
hat mir erzählt, dass er bereits um 1:30 Uhr in Freistadt aufgebrochen ist. Geplanter Abflug um 6:35 Uhr ab Wien.
Die Rechnung hat AirBerlin allerdings ohne einen Passagier gemacht.
Ein Gepäckstück wurde aufgegeben, jedoch der dazugehörende Passagier war nicht an Bord.
Daher das gesamte Gepäck wieder ausladen und den betroffenen Koffer suchen.
Anschließend wieder alles einladen. Ich warte ab 10 Uhr am Flughafen Las Palmas, der Flug hat durch
die Verzögerung in Wien 1,5h Verspätung. Hoffentlich geht die Negativserie von gestern nicht weiter.
Nach weiteren 20 Minuten sind sie dann tatsächlich angekommen.
Christian, Manfred, Robert und Theo komplettieren unsere siebenköpfige Crew für unser "erstes crossing".

 

v.l.  Christian, Theo, Robert und Manfred.  -  Wäscheservice wie im Hotel !

  Bei der Rückfahrt in die Marina werden bei einem Passbildautomat noch die notwendigen
Fotos für die Ausweise gemacht. Robert und Manfred haben ihre Sonnenbrillen vergessen abzunehmen.
Die Fotos können auch als leicht "mafias angehaucht" durchgehen.
Für den Newsletter nicht geeignet, zum Fürchten.
Als wir zurück sind, liegt in meiner Kajüte frisch gewaschene Wäsche. Walter hat sich bereit erklärt,
heute das Wäschermädl zu für alle spielen. Das ist ein Service wie in einem 5-Sterne Hotel.

 

Leinen los!                 -                  Die Crew ist komplett !

 
Manfred kann es schon nicht mehr erwarten sich hinter's Steuer zu klemmen.
Nur mehr 4 mal schlafen, dann geht es los.
Ich bin sehr froh ihn an Bord zu haben. Manfred ist Primar am KH Freistadt, Chef der Unfallchirurgie.
Das gibt uns ein Maß an Sicherheit, man weiß ja nie.
Dann der nächste Rückschlag von der "Kisten-Front". Saul hat mich angerufen und gesagt,
dass wir die Kiste von Gerhard Tersch wieder abholen müssen.
Die Spedition kann die Kiste nicht exportmäßig abfertigen.
Also Gerhard, deine Kiste wird für immer und ewig in Las Palmas verbleiben. Kleiner Scherz.
Dank unserer genialen Staumethoden haben wir sogar noch Platz für die Kiste.
Sie wird mit uns über den Atlantik gehen und nächtes Jahr im April in Trogir ankommen.
Unsere Neuankömmlinge haben Hunger mitgebracht. Wir gehen zum ersten gemeinsamen Essen.
Im Restaurant "Pier 19" direkt in der Marina bekommen wir gute Pasta´s und leckeren Weißwein.
Jetzt muss ich mich schon sputen, wir gehen heute Abend zur "Fancy Dress Party".
Das Thema ist "Children´s TV", leider haben wir nur rudimentäre Verkleidungen.
Oder sind wir nicht Verkleidung genug?
Liebe Grüße aus der Sailor´s Bar. Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #07 - 19. November 2009
"Die celox² ist getauft!"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  16:10 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Unsere Neuankömmlinge waren gestern Abend natürlich ordentlich angeschlagen.
Wir hatten noch unser erstes gemeinsames Abendessen.
Beim Weg zur "Fancy Dress Party" spürten wir dann schon leichte Ausfälle.
Völlig überraschend war Christian der erste Ausfall. Man merkt ihm schon an,
dass er heuer seinen 50er überschritten hat. Da geht es dann schon leicht bergab.
Die Fancy Dress Party war gut besucht - wir leider ohne Verkleidung.
Es wurden die besten Kostüme prämiert. Anbei einige Beispiele.

 

Die Sieger der Crewwertung, die Ghostbusters!
Miss Piggy und der böse Wolf - oder war es des Rotkäppchen?

Heute war dann wieder Arbeitstag. Die Aufgaben wurden verteilt,
Gerhard und Manfred bastelten eine Obst- und Gemüse-Aufhängung im Salon.
Wie man sieht, kann man auch hier einen Chirurg gut gebrauchen. Manfred macht
normalerweise kleinere Nähte, aber besondere Situationen verlangen außergewöhnliche "Stiche".
Mit Zwiebeln und Knoblauch wurden Tests gemacht.
Morgen kann dann das restliche Obst und Gemüse kommen.
Man beachte am übernächsten Foto, wie aufgeräumt unser Schiff ist.
Es sind alle Lebensmittel, bis auf Obst und Gemüse, gebunkert und wir haben immer noch einen freien
Lebensraum im Salon. Ein echtes Männerschiff eben.
Schräg gegenüber liegt der direkte Kontrast, das Schiff der "Girls for Sail". Ein echtes Frauenschiff eben.

 

Heute erste Operation auf der celox²!  -  Unser Gemüsenetz im aufgeräumten Salon.


Am späten Vormittag war dann die Vorführung einer Rettungsaktion per Rettungshubschrauber.
Robert hat dieses tolle Foto geschossen. In der Realität hoffen wir nie in eine Situation zu kommen,
wo wir diesen Hubschrauber brauchen.

 

Beeindruckende Vorführung des Rettungshubschraubers.  -  Shakehands mit Andrew Bishop!

 

Kleine Unterstützung notwendig!           -        Immer eine Handbreit Champagner unterm Kiel!


Höhepunkt des Tages war jedoch die Taufe unserer celox². Andrew Bishop, Managing Director des World Cruising
Club ist zu uns an Bord gekommen und hat eine kurze Ansprache gehalten.
Nachdem hier in Las Palmas alle Miteigner gemeisam an Bord waren, wurde das Boot auch hier erst getauft.
Als Patin haben wir unsere WCC Betreuerin Annika Weible gewonnen.
Sie war sehr nervös, da sie sich den kleinen Spruch:
"Ich wünsche dir immer einen Handbreit Wasser unter dem Kiel und taufe dich hiermit auf den Namen celox²"
nur schwer merken konnte. Die Champagnerflasche wurde nicht, wie sonst üblich, am Boot zerschellt.
Der Anker wäre zwar dafür zur Verfügung gestanden, es war uns dann aber doch zu gefährlich.
Damit mußte Annika die große Champagnerflasche schütteln und den Korken knallen lassen.
Keine leichte Aufgabe.
Der Name celox kommmt aus dem Lateinischen. Für alle Lateiner unter Euch und solche die es
noch werden wollen, celox heißt "Schnellsegler" - Nomen est Omen !
Wir hatten dann Besuch von einigen Nachbarbooten.
Auch einige Österreicher sind ebenfalls zur Taufe gekommen. Unser kleines Buffet war rasch abgeräumt.
Im nächsten Foto unsere Crew mit den schönen roten ARC 2009 Leiberln.

 

Samma net fesch !?!

Nach der letzten Flasche Champus bereiten wir uns wieder auf einen gemütlichen Abend vor. Heute
Einladung bei uns am Steg von den "Girls for Sail". Wahrscheinlich haben sie alle eingeladen "zum
Zusammenräumen". Hoffentlich kriegen wir als Belohnung wenigstens ein Bier.
Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #08 - 20. November 2009
"Und sie segelt doch!"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  16:10 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Nach unserer Schiffstaufe waren wir um 19 Uhr eingeladen, bei den "Girls for Sail".
Die Einladung für alle Crews an unserem Steg war schon einmal äußerst originell.
Sie machten dabei Werbung für ihren "Jungbäuerinnen" Kalender 2010.
Den kann man im Internet unter www.girlsforsail.com/calendar sehen.

 

Originelle Einladung!                         -                     Anni mit dem Verkehrsschild

Um 19 Uhr waren jedoch keine Gäste zu sehen. So nach und nach haben sich dann doch einige mutige
Seglerinnen in die Hähle der Löwinnen getraut.
Wir haben uns mit einer Flasche "Captain Morgan" äußerst beliebt gemacht.
Im nächsten Bild Skipperin Anni mit ihrer canadischen Co-Skipperin.
Von einer anderen Crew haben sie ein kleines "Verkehrsschild" bekommen.
Wer genau schaut kann ein "No bra´s on board" erkennen.

 

Weibliche Ordnung?             -             "Diamonds are Forever"

Nächsten Tag haben die Girls ihre Aufgabe brav erfüllt und einige Wäsche an Bord aufgehängt.
Unglaubliches Bild.
Noch ein Detail am Rande. Das Schiff der Girls, trägt den Namen "Diamonds are Forever".
Könnte es einen besseren Namen für ein Mädelsboot geben? Ich finde nicht.
Nun aber wieder zu den ernsten Dingen des Lebens. Heute schon um 6:30 Uhr Tagwache.
Christian, Walter und ich brechen auf, den Obst- und Gemüsemarkt leerzukaufen.
Das Anbebot ist wirklich gut.
Von den scharfen Pfefferoni bis zur Minze für den Mojito haben wir alles bekommen.
Für den SunDowner ist das Beste gerade gut genug.
Gott sei Dank haben wir auch einen kleinen Tiefkühler an Bord.
Crushed Ice, Minze, Mojito und brauner Zucker. That´s it.
Wir kurven ca. 2 Sunden im Markt herum, bis wir ausreichend Vitamin C und mehr eingekauft haben.

 

Ein Stand schöner als der Andere!       -       Schönes buntes Gemüse!


Dank der genialen Konstruktion von Gerhard und Manfred bekommen wir auch viel Gemüse "in die Luft".
Hoffentlich hält uns das Obst und das Gemüse einigermaßen.

 

Wir werden nicht verhungern!      -      So kann man Bananen stauen. Auf der Swan neben uns.

Eine Sensation haben wir am Brotsektor zu vermelden. Das Brot war die schwierigste Komponente
unter den Lebensmitteln. Christian hat einen deutschen Bäcker aufgetrieben, der dunkles Brot bäckt.
Das geschnittene Brot ist in Folie verpackt und hält laut Bäcker bis zum Ende der Regatta.
Dieses Problem ist auch gefixt.
Nach getaner Arbeit haben wir uns etwas Gutes verdient. Wir sind aus der Marina ausgelaufen
und haben geprüft, ob die celox² trotz ihrer außergewönlichen Zuladungen überhaupt noch segelt.
Jedes Segel setzen, alle Leinen checken und den Spi und den Gennaker ausreizen.

 

Der Spi hört auf den Namen "Niederösterreich", warum wohl?


Dafür bekam der Gennaker dann einen "ordentlichen" Namen. Um unsere Herkunft auch unseren Mitseglern
zu zeigen, haben wir den unteren Teil der Segel immer "rot-weiß-rot" gestaltet.
Damit heißt der Gennaker nicht "Österreich" wie man vielleicht annehmen könnte, sondern "Red Lips".

 

Sieht er nicht aus wie ein Kussmund?        -        Noch ist alles ganz gemütlich!

 
Gemütliches Segeln war dann angesagt. Nachdem wir noch nicht in der Regatta sind,
trinkt der Skipper auch noch ein gemütliches Bier.
Die Wettersituation für den Sonntag und die folgenden Tage verheißen schönen Wind aus NE mit 15-20 kt.
Perfekt für unsere direkte Route nach St. Lucia.
So wie es aussieht werden wir die nördlichere Route wählen und nicht den "Umweg" über die Cap Verden.
Heute Abend gehen wir alle zum "Farewell Dinner" des World Cruising Club.
Alle Crews werden hier zusammen im Hotel Catalina einen gemütlichen Abend verbringen.
Nur mehr zweimal schlafen. Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #09 - 21. November 2009
"Kathastrophales Rating für unsere celox²!!"

Position:  28:07.74N 15:25.57W - Bordzeit:  16:10 - Logge:  0
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Dies ist der letzte Newsletter vor unserem Start. Zuerst einmal vielen Dank für die vielen positiven
Rückmeldungen auf dem Newsletter und die motivierenden Antworten zu unserem "crossing".
Wir werden Morgen nochmals die Mails unter vernünftigen Bandbreiten abrufen können.
Dann ist IT technische Magerkur angesagt.
Aber alles der Reihe nach. Gestern Abend war das Farewell Event des WCC. Auf dem Weg zum Lokal,
haben wir ein nettes Auto neben unserem Leihauto gesichtet. Kleines Quiz, welches ist unseres?

 

Unser Leihauto, von vorn oder von hinten?

Unser Budget hat leider nur für den kleinen Toyota gereicht.
Im "gelben" Lamborghini Gallardo wäre das Fahren zu den Supermärkten wahrscheinlich lustiger gewesen.
Wir hätten auch viel öfter fahren müssen. Aber es ist schon eine Ehre,
dass sich der italienische Stier neben unseren japanischen Reiskocher gestellt hat.
Dann das Farewell Event. Wieder sind sehr viele Crewmitglieder der Einladung gefolgt.
Gute Stimmung, laute Musik, freie Getränke und Tappas in rauhen Mengen.

 

Letzte Chance auf Freibier!             -             Unser germanischer Freund (mit Kappe)!

Mit einer Verspätung von 30 Minuten dann die Ansprache von Andrew Bishop. Das Funkmicro wollte einfach
nicht funktionieren. In Wahrheit, haben die Organisatoren wahrscheinlich auf unseren "Germanenskipper"
( den aus Newletter #06 ) gehofft.
Er hat sich wieder gut in Szene gesetzt und sich einfach auf die improvisierte Bühne gestellt.
"Hallo Oma, ich bin auch dabei".
Das Problem bei "running Tappas" bei so vielen Gästen ist, dass nur selten ein Kellner mit einem Tablett
vorbei kommt. Wenn er es doch zu uns geschafft hat, dann wird ein solches in Rekordzeit abgeräumt.
Wer schon einmal das Glück hatte Segler beim Abräumen von Buffets zu beobachten,
der weiß wovon ich spreche.

 

Langt's zua Buama!       -        Ein Papi mit seiner "Crew"!

Ein weiteres Highlight für uns sind auch die vielen Kinder, die bei der ARC dabei sind. Wie gesagt, die ARC ist
eine Veranstaltung, wo "gemütliche" und "sportive" Fahrtenseglern den Atlantik überqueren.
Auf vielen Booten sind auch Kinder an Bord.
Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zum Jungsegler ist alles vertreten.
Das klingt für uns Landratten aus dem Gebirge vielleicht etwas "strange".
Bei uns fahren aber auch schon dreijährige mit den Skiern steile Hänge hinunter. Das ist bei uns fast normal.
Ein schönes Motiv heute Morgen war auch die "Sockenparade" auf dieser Hallberg Rassy 39.
Auf diesem Boot sind drei Kinder an Bord. Man kann die Sockengrößen im Bild nur schlecht erkennen.
Sie sind fast der Größe nach geordnet.

 

Wie die Orgelpfeifen!       -       Mit Hund an Bord!


Theo und ich sind am Weg zum Check Out und zum Skipper´s Briefing. Die Seelenverkäufer muß
ich euch auch noch zeigen. Mit solchen "Tschunken" fahren auch Segler über den Teich. Unvorstellbar.

 

Wo ist vorne bzw. hinten? Die Nationale verrät's.       -       Andrew Bishop führt durch das Briefing.

Beim Skippers Briefing im Hotel Catalina bekommen wir die Segelanweisungen für Start und Zieleinlauf, sowie
eine aktuelle Wetterberatung eines Meteo Profi.
Gott sei Dank stimmt seine Prognose mit unserer eigenen genau zusammen.
Die Wetterbeobachtung am Atlantik in den letzten Monaten soll sich auch ausgezahlt haben.
Dann die Ausgabe der Gruppeneinteilung. Volle Katastrophe. Wir sind in der zweitschnellsten Gruppe und in
der Bewertung als 21. schnellstes Schiff aller Fahrtenyachten gereiht.
Sechzehn Boote in der Gruppe 1A, wir das 5. in der Gruppe 1B.
Die Reihung ist unabhängig von der Bootsgröße, sondern nur von der Performance des Bootes abhängig.
Ungläubig gehen Theo und ich die Liste duch und vergleichen uns bekannte Bootstypen.
Wir mit Faktor 1.115 eine First 47.7 mit 1.085, da kann wohl was nicht stimmen.
Wir werden unser Bestes geben. Das Rating steht aber gegen uns.

 

Theo und ich beim Briefing.       -       Schaut komisch aus, ist es auch. Soll aber wirklich funktionieren.

Auf dem Rückweg sehen wir eine Crew, die im Hafen ihr Para Sail testet. Eine interessante Kombination aus
"Fallschirm" und Spinnaker. Man beachte die kleine "Tragfläche" quer im oberen Drittel des Segels.
So, das war für einige Zeit der letzte ausführliche Newsletter.
Wir werden unterwegs hoffentlich kurze Text-Newsletter an euch schicken können.
Wenn ihr uns antwortet, dann bitte wirklich kurz halten und BITTE KEINE BILDER.
Ihr werdet auf jeden Fall täglich unsere Position bekommen.
Damit könnt ihr verfolgen wo wir gerade herumschwimmen.
Wer noch auf diesen Newsletter antworten will, bitte bis spätestens Morgen 22.11.2009 10 Uhr MEZ.
Wir gehen heute noch auf ein gemeinsames Crew-Abendessen in den Pier 19. Anschließend bald in die Koje.
Nur mehr einmal schlafen. Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #10 - 22. November 2009
"Wir sind im Rennen!"

Position:  28:06.40N 15:24.10W - Bordzeit:  13:00 - Logge:  4649,8
etmal:  n.a. - Segelzeit:  00d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Noch ein sehr kurzer Nachschlag.
Eine Stunde vor dem Auslaufen bekamen wir noch Besuch von der Big Band, die auf jedem Steg ihr Bestes gaben.

 

Die Band verabschiedet die Teilnehmer am Steg!              -              Beim Auslaufen aus der Marina!

 
Beim Auslaufen wurde uns von vielen Zuschauern an Land und auf dem Wasser zugewunken. Es ist zwar keine
"Vendee Globe", wo 300.000 Zuschauer Norbert Sedlacek verabschiedeten.
Für uns ist es trotzdem ein sehr ergreifender Moment.
Ein Jahr Vorbereitung wird jetzt Realität. Gut, dass ich eine dunkle Sonnenbrille getragen habe,
eine kleine Freudenträne war mit an Bord.
Von der ARC Wettfahrtleitung wurden die auslaufenden Yachten genau notiert.
Dann auf in die Exclusion Zone, dem eigentlichen Startfeld.

 

Die "gelben Leibchen" der ARC Organisation beim Notieren der auslaufenden Yachten.
Vorwindstart bei 9kt Wind.

Soeben ist der Startschuss gefallen und wir sind im Rennen.
Die aktuelle Wache sind Theo als Wachführer und Robert.
Der Gennaker mit den roten Lippen kommt zum Einsatz. Jetzt geht's los!
Euer Gottfried

 

celox²-Newsletter #11 - 23. November 2009
"Raumschotsegeln pur!"

Position:  26:17.67N 16:48.31W - Bordzeit:  23.11.2009 13:35 - Logge:  4788,0
etmal:  144,2 - Segelzeit:  01d 00h 00m - ETA:  n.a.

Liebe Segelfreunde !
Die folgenden Newsletter werden leider keine Bilder haben. Zu schmal ist die Bandbreite mit dem Iridium
Satellitentelefon. Daher noch einmal der dringende Aufruf, wenn ihr uns eMails zukommen lassen wollt,
bitte immer ein neues Mail an celox. Und KEINE Anhänge, reine Text-Mails.
Nach dem Start gestern um 13 Uhr UTC, haben wir sofort den Gennaker "Red Lips" gesetzt. Tolles Segeln
noch mit moderaten Winden. Wir liegen im vorderen Teil des Feldes. Unser Start war gut geglückt, obwohl
wir für dieses lange Rennen kein besonderes Risiko im Startfeld mit anderen der 200 Booten eingegangen sind.
Wir machen gute Fahrt und schnappen uns Boot für Boot. Der Gennaker ist echt geil.
Dann aber die erste Schrecksekunde.
Ein Boot missachtet unseren Vorrang und kreuz direkt vor uns den Kurs. Wir müssen mitdrehen und der
Gennaker fällt in sich zusammen. Als sich der Gennaker mit einem Schlag wieder aufbläht, reißt der Schäkel der
Gennakerschot aus. Der Gennaker fliegt unkontrolliert im Wind. Sofort Gennaker bergen ist angesagt.
Perfekte Arbeit der Crew. Leider müssen wir zum Bergen den Kurs ändern
und es dauert 10 Minuten bis wir wieder auf Kurs sind.
Beim Skipperbriefing wurde uns vom Meterologen erzählt, dass sich im Südosten von Gran Canaria immer eine
kleine Düsenwirkung entwickelt. Nachdem wir den Gennaker verstaut hatten und mit der Genua weiterliefen,
entscheiden wir uns für den direkten Kurs in die "Düse".
Klar zur Halse und ab in unglaubliches Raumschotsegeln.
Wind legt auf 35kt zu. Die celox² läuft 9,5 kn, der Spitzenwert 10,7 kn. Volles Adrenalin!
Die Wellen sind zwischen 2-3 Metern. Eigentlich nichts schlimmes, für die "landgewohnten" Mägen aber doch
etwas unangenehm. Kochen fällt daher aus, es gibt Jause.
Christian hat heute "Motherwatch" und serviert uns Brot, Wurst, Käse und rote "Todespfefferoni".
Dann unser peinlicher Fehler.
Wir laufen zu dicht an die Küste und geraten direkt von 25-30kt Wind in das Lee von Gran Canaria.
Den Hinweis auf das Lee aufzupassen haben wir auch vom Meteorologen erhalten. Einfach blöd.
Wir verlieren über eine Stunden bei Winden aus allen Richtungen und kämpfen uns mühsam wieder nach Süden.
Der Wind springt wieder an.
Es ist bereits finster und wir segeln unsere erste Nachtfahrt. Die Lichter von Gran Canaria und ein schöner
Sternenhimmel lassen die Nacht nicht ganz dunkel erscheinen. Der Wind legt wieder auf 20-25 kn zu und wir
entscheiden in dieser ersten Nacht mit gerefften Segeln zu laufen. Unsere Geschwindigkeit ist gut,
pendelt zwischen 6-8 kt. Die Hundewache von Mitternacht bis um 4 Uhr teilen sich Manfred und Gerhard.
Ich bin auch an Deck, wir wechseln uns zu Dritt beim Rudergehen ab.
So vergehen die 4 Stunden dann doch relativ schnell.
Um 7 Uhr bei den ersten Sonnenstrahlen sind alle wieder an Deck und bestaunen die Wellen die uns
begleiten. Wie vorausgesagt, sind die Wellen um die 3 Meter hoch.
Das gibt trotzdem schon beeindruckende Bilder.
Zum Frühstück gibt es Kaffee und Käse-Schinkenbrote. Heute ist Manfred unser Koch. Er macht uns heute
eine Gemüsesuppe zum Mittagessen und Nudeln als Abendessen.
Langsam normalisieren sich auch die Magennerven, sodass wir uns schon auf das Essen freuen.
Das Etmal, die zurückgelegte Strecke zwischen zwei Mittagen wird von uns jeden Tag genau aufgezeichnet.
Gespannt haben wir schon Hochrechnungen für unser erstes Etmal gemacht. In unserem Plan stehen
durchschnittliche Etmale von ca. 140-150 nm. Trotz unseres Problems mit dem
Gennaker und unseres Zeitverlustes im Süden von Gran Canaria, haben wir unseren Plan gut erfüllt.
Wir sind gut im Rennen. An Bord alles OK, wir freuen uns auf die Gemüsesuppe von Manfred.
Euer Gottfried

 Fortsetzung:
- zum Teil 2 "Der ARC-Start" hier klicken! -