Am 12. Tag wieder in Barbados ...

... die erlebnisreiche Karibik-Rundfahrt geht hier zu Ende und
startet eine vielversprechende Transatlantikfahrt Richtung Europa.

Nationalflagge von Barbados

Barbados ist die östlichste Insel der Inselkette der Kleinen Antillen und liegt im Atlantischen Ozean.
Im Gegensatz zu vielen der benachbarten Karibikinseln ist Barbados nicht vulkanischen Ursprungs,
sondern stellt eine sogenannte Vorschwelle eines Akkretionskeils dar, welcher wiederum durch
ehemals unterseeische Riffkalke in die Höhe wuchs.
Dieses Kalksteinplateau erreicht im Mount Hillaby eine Höhe von 336 m.
Die ältesten Schichten entstanden in einer Warmzeit vor ca. 125.000 Jahren, in welcher der Meeresspiegel
deutlich höher lag als heute.
Zu Barbados gehört noch das winzige, direkt vor der Ostküste gelegene Culpepper Island.

Ungefähr 180 km westlich liegt der Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen.

Das Klima von Barbados ist ganzjährig warm mit geringen Temperaturunterschieden und einem Jahresmittel
von 26 °C. Die Niederschläge konzentrieren sich auf die Regenzeit von Mai bis Oktober und erreichen im
zentralen Hochland 2.000 mm pro Jahr. Trotz dieser Niederschlagsmengen
gibt es aufgrund des porösen Kalksteinuntergrunds keine größeren Gewässer auf der Insel.

Barbados liegt im Einzugsbereich der atlantischen Hurrikans.

Die voreuropäischen Einwohner von Barbados waren Arawak und Kariben.
Um 350 nach Christus, 800 und im 13. Jahrhundert erreichten drei Einwanderungswellen die Insel.
Dazwischen und danach war die Insel vom Festland isoliert.

Den Namen Barbados (portugiesisch os barbados = (die) Bärtigen) erhielt die Insel 1536, da de
portugiesische Entdecker Pedro Campos sich durch die frei herabhängenden Wurzeln der Feigenbäume
an Bärte erinnert fühlte und die Insel danach benannte.

In den 15 Jahren nach der Entdeckung Barbados' durch Pedro Campos 1536 versklavten spanische Eroberer
zahlreiche Bewohner für Plantagenarbeit auf anderen Inseln. Der Rest der einheimischen Bevölkerung floh.
So fanden die Engländer knapp ein Jahrhundert später eine verwaiste Insel vor.

1625 übernahm England die Insel von den Portugiesen. Bis 1962 blieb sie danach in britischem Besitz.
1627 begann die Besiedlung der zu diesem Zeitpunkt menschenleeren Insel durch Großbritannien.
Barbados' Wirtschaft fußte ab den frühen 1640er Jahren auf der Produktion von Rohrzucker, der nach
England verschifft wurde. Im Jahre 1655 beispielsweise exportierte die Insel etwa 8.000 Tonnen in das
europäische Mutterland und war damit einer der größten Zuckerproduzenten der Welt.
Barbados blieb bis weit in das 20. Jahrhundert stark von der Zucker-, Rum- und Sirupproduktion abhängig.

Barbados blickt auf eine lange parlamentarische Geschichte zurück. Es verfügt über das drittälteste
Parlament im Commonwealth (nach Westminster und Bermuda). Bereits 1639 wurde mit dem
House of Burgesses das erste Parlament eingerichtet.
Nach Konflikten mit England wurden die Rechte des Parlaments und die der Bürger von Barbados 1652 in der
„Charta of Barbados, or Articles of Agreement“ niedergelegt. Diese Verfassungsurkunde garantierte u. a. die
Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Eigentum und weitgehende parlamentarische Rechte sowie Unabhängigkeit.

Die in den Anfängen nur für die englischen Plantagenbesitzer geltenden Rechte wurden nach der vollen
Sklavenemanzipation 1838 bis hin zur Unabhängigkeit am 30. November 1966 auf die schwarze
Bevölkerungsmehrheit ausgedehnt. Von 1958 bis 1962 war Barbados eine Provinz der Westindischen Föderation.

Nach der Unabhängigkeit entwickelte sich in Barbados eine parlamentarische Demokratie,
die sich ihrer Geschichte und Traditionen bewusst ist.

Heute sind wir wieder mal nicht die Ersten die aus dem Betten kommen. Das Schiff hat schon vor
2 Stunden angelegt. Die heutigen Früh-Daten werden kurz notiert und ab geht es ins La Vela
zum Frühstücken.

Ulli läuft uns über den Weg und zeigt uns ein paar Bilder von der momentanen Außenwelt.
Er war schon im kleinen Fischerhafen, wo die Angelfischer ihren Fang verkaufen.

In der Fischhalle wird der Fang ausgenommen und für die Kunden zugeschnitten.
Es hat kurz geregnet und zwischenzeitlich wieder aufgeklart.

Trotzdem animieren uns die Fotos nicht zu einem Landgang. Der gestrige Tag war anstrengend,
deshalb beschließen wir an Bord zu bleiben und zu faulenzen.

Über die TUI-Bar, dem Einkaufsmarkt NEUER WALL, dem Spezialitäten Restaurant SURF & TURF
und dem Spielplatz mit dem Planschbecken für die Kleinsten ...

... führt uns der Weg über die achterlichen Treppen in den Freibereich der Tapasbar.

Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen und Bridetown.

Auf der parallen Pier liegt ein Kreuzfahrtschiff, die CHRISTAL CELEBRITY.
Dahinter wartet ein Frachtschiff, die RANJAN, auf seine Be- oder Endladung.

Der Frachter, TROPIC VINITY, der vor uns liegt, wird entladen. Die Schauerleute sind ununterbrochen dabei
ein Container nach dem Anderen an Land zu heben und zu verteilen oder auf LKw's zu verladen.

Der Kran fährt mit seinem Ausleger über die Ladefläche oder die Frachtluke des Frachtschiffes,
nimmt mit einer speziellen Aufhängung einen Container auf, schwengt diesen auf die Pier
und setzt ihn zwischen seinem Fahrgestell ab. Ein fahrbarer Container-Lift fährt über den Container,
hebt ihn an, fährt zu einem wartenden LKW und setzt den Container auf die Ladefläche.
Hier beweist es sich wieder - arbeiten ist schön -
und ich könnten stundenlang zuschauen.

Nachdem der Frachter entladen ist, wird ein Beiboot zu einer Übung oder einer Inspektion zu Wasser gelassen.

Die Schiffsleitung der Mein Schiff ruft eine Übung für die Crew aus, bei der alle Rettungsboote zu Wasser
gelassen werden. Sicherlich zur Prüfung, zum Fahrtraining und um einen Rettungsablauf zu trainieren.

Die Übung war anstregend, deshalb ziehen wir uns zu einem Cocktail und zum Fotosordnen in
die Naschbar zurück. Von dort aus können auch den Rest der Übung beobachten.

Die Cocktails des Tages sind heute:

LEUCHTTURM
Milch, Weißer Rum, Kahlua, Kokossirup, Schokoladensirup, Sahne und Ananassaft.

PARADIESVOGEL alkoholfrei
Bananensaft, Sahne, Ananassaft und Schokoladensirup.

Morgen geht es über den "Großen Teich". Die Transatlantik-Fahrt Richtung Europa beginnt.
Also müssen kräftig Vorräte gebunkert werden.

Drei große Container werden angeliefert, zwei sollen direkt aus Hamburg angekommen sein.
Verderbliche Waren werden von einheimischen Firmen gebracht. Zusätzlich wird auch noch
ein kleiner Container entladen. Auch ein kleiner LKW bringt Ware zum Schiff.

Mitten drin in der Anlieferungs-Hektik steht der Chefkoch der Mein Schiff 1 und koordiniert, prüft
und achtet darauf, daß auch vorsichtig mit zerbrechlichen Waren umgegangen wird.

Francis Itoumbuo, der Chefkoch scheint mit den Transportarbeitern zufrieden zu sein, denn er ordert
von der Schiffsküche eine reichhaltige "Brotzeit" für die Helfer.
Sie bedanken sich und winken fröhlich zu uns herauf, als sie sehen, daß wir alles fotografiert haben.

Die ganze Arbeit hat uns ganz schön fertig gemacht. Es wird Zeit für ein Erfrischungsgetränkt in der
Überschaubar, wo wahrscheinlich Ulli schon auf uns wartet.

... und so ist es auch.
Beim Früstück haben eins von diesen kleinen Marmalade-/Honig-Gläschen mitgenommen und
ausgewaschen - Rosmarie hat einen Koch im Ankelmannsplatz gefragt, ob er uns ein paar ungekochte
Reiskörner in das Gläschen füllen könnte.
Spontan meinte er: "Gell, Ihr Mann braucht die Reiskörner für sein Weissbier?"
- So ist es, das obergärige Bier hat zuviel Kohlensäure, die durch "1" Reiskorn abgebaut wird und
dafür sorgt, daß immer ein kleiner Schaumteppich auf dem Bier steht.

Die letzten Passagiere kommen von ihren Ausflügen zurück. Die angelegten Schiffe verlassen jetzt
nach und nach den Hafen - wir machen uns für dieses Schauspiel, im Sonnenuntergang, bereit

Zuerst legt der Frachter TROPIC UNITY ab und nimmt Kurs Nord/West.

Der Frachter RANJAN, der an der Parallel-Pier gewartet hatte, wird von einem Hafenschlepper weggezogen
und langsam auf die gegenüberliegende Pier geschoben, wo vorher die TROPIC UNITY lag.
Morgen wird der Frachter sicherlich von dem Kran, den wir heute beobachtet haben, beladen.
An dem roten Farbstreifen am Unterschiff kann erkannt werden, daß er ziemlich leer ist.

Vorsichtig schiebt der Schlepper das große Frachtschiff an die Pier.

Die CHRISTAL CELEBRITY wird jetzt von dem Schlepper von der Pier gezogen und im freien
Hafenbecken gedreht. Ein Zeichen dafür, daß dieses Kreuzfahrtschiff keine Seitenruder besitzt,
mit dem sie sich selber im Hafen manövrieren könnte - so wie die MEIN SCHIFF 1 es kann.

Langsam wird die CELEBRITY gedreht, bis sie aus eigener Kraft, in Vorwärtsfahrt, den Hafen verlassen kann.

Sonnenuntergang auf diesem Längengrad, zu dieser Jahreszeit, ist 18:10 Uhr.
Planmäßig, um 19:00 Uhr, legt unsere Mein Schiff ab und der Lotse geleitet uns sicher,
in der Dunkelheit, aus dem Hafen - good bye Barbados!

Unser Schiff macht mit fast 18 Knoten (33 km/h) eine Geschwindigkeit, die uns viel zu schnell
über den Atlantik bringt - Ziel nach 6 Tagen auf See - Madeira.